Der brasilianische Abgeordnete André Janones sagt, dass er trotz der Rolle, die sein Online-Aktivismus bei der Mobilisierung von Unterstützung für Luiz Inácio Lula da Silva spielte, nicht Minister werden möchte. Janones sagte, er wolle die Einschränkungen und administrativen Verpflichtungen vermeiden, die mit einem Kabinettsposten einhergehen.

Die „Lula-Armee“ wuchs der Kolumne zufolge innerhalb von zwei Tagen von 50.000 Mitgliedern auf eine Million und erreichte am Tag der Stichwahl zur Präsidentschaftswahl 10 Millionen. Janones startete den Kanal im April. Das Netzwerk erregte die Aufmerksamkeit der New York Times, des Guardian und von Le Monde, und sein Aktivismusmodell wird laut der Kolumne in anderen Ländern übernommen.

Die Kolumne beschreibt Janones’ Kampagne als Teil eines umfassenderen politischen Wandels und argumentiert, dass die Linke ihre Zurückhaltung gegenüber sozialen Medien abgelegt habe. Außerdem bringt sie das Wachstum des Netzwerks mit einer erneuten studentischen Mobilisierung in Verbindung: Junge Menschen gingen im Rahmen einer Bewegung auf die Straße, die mit früheren Generationen von Protestierenden verglichen wird.

Es wird erwartet, dass Janones im Abgeordnetenhaus bleibt und das Netzwerk weiterhin anführt. Die Kolumne argumentiert, dass Regierungsämter den Einfluss von Aktivisten einschränken können, indem sie sie in die Bürokratie hineinziehen, und stellt Janones’ Entscheidung dem traditionell mit dem Ministeramt verbundenen Karriereweg gegenüber.

Die Kolumne merkt außerdem an, dass Janones Fehlverhalten in einem Fall mit zwei Mitarbeitern eingeräumt, eine Vereinbarung getroffen und 131.500 R$ zurückgezahlt habe. Sie stellt seine Organisation im Internet als eine Neuerung dar, die Lulas Wahlkampf mitgeprägt habe – trotz dessen, was sie als bescheidene parlamentarische Bilanz bezeichnet.

Quellen: Folha Poder.