Binance-Kunden zogen nach einem Diebstahl in Milliardenhöhe 3,6 Milliarden Dollar von der Kryptowährungsbörse ab, die inzwischen Auszahlungen wieder aufgenommen hat. Binance erklärte, 90 Prozent der gestohlenen Summe seien gesichert.

Das FBI erklärte am Samstagabend, hinter dem Cyberangriff stehe eine staatlich gesponserte nordkoreanische Hackergruppe namens TraderTraitor; es bezeichnete den Vorfall als weltgrößten digitalen Raub. Ermittler beobachteten Mitglieder der Gruppe dabei, wie sie gestohlene Vermögenswerte in die Kryptowährung Ether umwandelten, und das FBI rechnet mit weiterer Geldwäsche. Nordkorea äußerte sich zunächst nicht; Pjöngjang bestreitet seit Jahren Vorwürfe, staatliche Cyber-Einheiten würden für Spionage oder Finanzdiebstahl eingesetzt.

Die Stablecoin-Anbieter Tether und Circle froren als Reaktion auf den Diebstahl Vermögenswerte im Wert von fast 1,57 Milliarden Dollar bzw. 800 Millionen Dollar ein. Analysten von Chainalysis sagten, die Hacker nutzten neue, hochsophisticierte Methoden der Geldwäsche. Branchenführer forderten ein koordiniertes Warnsystem. Star Xu, Chef der Krypto-Börse OKX, sagte, es brauche ein Echtzeitsystem, damit Akteure während eines Hacks sofort Informationen austauschen und verdächtige gestohlene Gelder vorübergehend einfrieren könnten. Das Krypto-Unternehmen GSR sagte, der Vorfall könne als Katalysator für Verbesserungen in der Branche dienen.

Die IG Metall startete Warnstreiks; Bezirksleiter Thorsten Gröger warf den Arbeitgebern vor, die Beschäftigten am Verhandlungstisch mit „Mini-Prozenten“ abspeisen zu wollen. Die Gewerkschaft fordert 5 Prozent mehr Lohn für Beschäftigte und Auszubildende über 12 Monate, eine soziale Komponente für niedrigere Lohngruppen und Gewinnbeteiligung bei wirtschaftlich erfolgreichen Unternehmen sowie Gespräche zur Sicherung von Arbeitsplätzen. Die Arbeitgeber haben eine Einmalzahlung von 1 Prozent des durchschnittlichen tariflichen Jahresbruttoeinkommens im Juli 2027 und eine dauerhafte Erhöhung von 1,3 Prozent ab Juli 2028 angeboten.

OpenAI wird voraussichtlich 10 Milliarden Dollar weniger einsammeln als geplant. Ursprünglich wollte das Unternehmen 30 Milliarden Dollar bei einer Bewertung von 1,4 Billionen Dollar einsammeln. Die Verringerung folgt auf Verluste bei US-Technologieaktien; Anleger waren zuletzt besorgt über die massiven Ausgaben für künstliche Intelligenz.

Unternehmensinsolvenzen steuern auf einen Negativrekord zu. Dun & Bradstreet erklärte, derzeit meldeten täglich 53 Unternehmen Insolvenz an, verglichen mit 27 im Jahr 2022. Beim aktuellen Tempo erwartet das Unternehmen für das Gesamtjahr 2026 mehr als 19.000 Unternehmensinsolvenzen, was einen Rekord bedeuten würde. Dirk Radetzki von Dun & Bradstreet sagte, der starke Anstieg liege nicht nur an der schwachen Konjunktur; die Unternehmen stünden auch stark unter Druck, weil die Digitalisierung Geschäftsmodelle drastisch verändere, während steigende Energie- und Personalkosten die Lage verschärften. Erfreulicherweise erwartet Dun & Bradstreet für 2026 rund 160.000 Gewerbeanmeldungen, nach knapp 150.000 im Jahr 2025.

Puma hat seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr auf ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern zwischen 80 Millionen und 130 Millionen Euro eingeengt; zuvor hatte das Unternehmen einen Verlust zwischen 50 Millionen und 150 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Der Sportartikelhersteller senkte die Investitionen auf weniger als 150 Millionen Euro, nach 200 Millionen Euro, und verwies auf das Marktumfeld. Das Unternehmen erwartet weiterhin, dass der währungsbereinigte Umsatz um einen niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentsatz sinkt. Die chinesische Sportartikelgruppe Anta Sports hat Anfang Oktober ihre zuvor angekündigte Beteiligung an Puma abgeschlossen, hält 29,1 Prozent und stellt den Aufsichtsratsvorsitzenden. Puma erklärte, die Nachfrage von Handelspartnern in China sei nach der Ankündigung der Anta-Beteiligung zurückhaltender geworden, weil Anta stark auf Direktverkäufe über eigene Geschäfte und Online-Shops setze.

Bayer hat einen weiteren Glyphosat-Fall gewonnen. Nach einer Entscheidung des US Supreme Court sind Klagen gegen Bayer, die sich auf fehlende Krebs-Warnhinweise auf Herbizidverpackungen stützen, grundsätzlich nicht mehr möglich. In dem nun beendeten Fall in St. Louis hatten Anwälte ein anderes Argument vorgebracht und behauptet, das Unkrautvernichtungsmittel Roundup sei fehlerhaft konstruiert worden und sie seien absichtlich getäuscht worden. Der Gerichtssieg dürfte Bayers Bemühungen, die Glyphosat-Angelegenheit weitgehend abzuschließen, neuen Auftrieb geben; diese hat bereits Milliarden verschlungen.

Die Aktionäre von MPS lehnten einen Gegenantrag des von Vorstandschef Luigi Lovaglio geführten Managements der Bank ab; mehr als 90 Prozent der anwesenden Aktionäre stimmten dagegen, was etwa zwei Dritteln aller Aktionäre entspricht. Das Management hatte vorgeschlagen, dass MPS stattdessen die beiden italienischen Banken Banco BPM und Banca Generali übernimmt, als Alternative zum Übernahmeangebot von Intesa Sanpaolo. Der Schritt bringt Intesa seinem Ziel näher, obwohl die italienische Marktaufsicht Consob noch das Angebotsdokument genehmigen muss. Intesas Aktientauschoffer, einschließlich einer Barkomponente und im Wert von rund 31 Milliarden Euro, wird Mitte November erwartet, und die Annahmefrist könnte bis zum Jahresende laufen. Die Aktionäre lehnten außerdem mit klarer Mehrheit die von Lovaglio vorgeschlagene Fusion von MPS mit der Investmentbank Mediobanca ab. MPS hatte Mediobanca im vergangenen Jahr übernommen, führt sie bisher aber nur als Tochtergesellschaft. Lovaglios Position gilt nun als deutlich geschwächt.

Die Deutsche Bahn verlängerte ihre Last-Minute-Ticketaktion und ihre kostenlose Jugend-BahnCard für junge Menschen im Alter von 6 bis 18 Jahren. Die Angebote sollten ursprünglich Mitte Dezember dieses Jahres enden; die Bahn erklärte, sie wolle flexible Reisende und neue Kundengruppen ansprechen. China will mehr deutsche Produkte kaufen, während die Schweizerische Nationalbank einen Gewinn in Milliardenhöhe meldete und AstraZeneca ein milliardenschweres Sparprogramm ankündigte. In Düsseldorf wurden auf der Königsallee bereits zwei Tage vor angekündigten Jugendprotesten unter dem Slogan „GenZ regelt“ Gerüste und Sperrholzplatten vor Luxusboutiquen aufgestellt.

Quellen: FAZ.