Die Demokraten eroberten am Dienstag bei überwältigenden Wahlsiegen beide Kammern des Kongresses und erteilten damit der Agenda von Präsident Trump für seine zweite Amtszeit eine deutliche Absage. Die Partei erzielte Zugewinne in konservativen Bundesstaaten, die Trump vor zwei Jahren mit großem Vorsprung unterstützt hatten, darunter Orte, an denen wichtige Wahlen in den vergangenen Jahrzehnten nur selten umkämpft gewesen waren.

Die Demokraten gewannen in Kansas erstmals seit der Regierung von Herbert Hoover einen Sitz im Senat und holten Sitze in Texas, North Carolina und South Carolina hinzu. Die Republikaner verloren außerdem Wahlen zum Repräsentantenhaus in südlichen Wahlkreisen, deren neue, parteipolitisch zugeschnittene Wahlkreiskarten ihnen eigentlich einen Vorteil verschaffen sollten.

Zu den Ergebnissen gehörten die Niederlagen des texanischen Gouverneurs Greg Abbott, eines Republikaners mit drei Amtszeiten, und der Senatorin Susan Collins aus Maine, die fünf Amtszeiten absolviert hatte. Das Ausmaß der Siege überraschte einige Demokraten. Dan Sena, ehemaliger geschäftsführender Direktor des Democratic Congressional Campaign Committee, bezeichnete das Ergebnis als „Blutbad“ und sagte, die Demokraten würden an Orten die Macht übernehmen, die sie jahrzehntelang nicht kontrolliert hatten.

Das Ergebnis beendete die Einparteienherrschaft in Washington. Angesichts hoher Benzinpreise, eines unpopulären Krieges im Iran und anhaltend hoher Inflation erteilten die Wähler der bisherigen Politik eine Absage und ließen beide Parteien einer ungewissen politischen Phase jenseits der Trump-Ära entgegensehen.

Quellen: The New York Times Politics.