Das Arbeitsministerium hat eine formale Empfehlung seines Expertengremiums bezüglich der Anpassung des interprofessionellen Mindestlohns (SMI) für das Jahr 2027 erhalten. Die beratende Gruppe schlägt vor, den Lohn um 4,9 % zu erhöhen und ihn von den derzeitigen 1.221 Euro brutto pro Monat in 14 Raten auf 1.281 Euro anzuheben. Dieser Vorschlag entspricht einer monatlichen Erhöhung von 60 Euro, einem Betrag, der mit der jährlichen Preisentwicklung übereinstimmt.

Ministerin Yolanda Díaz beabsichtigt, diese Anpassung vor den bevorstehenden Wahlen umzusetzen. Die Regierung hat bestätigt, dass der Mindestlohn auch nach dieser Erhöhung weiterhin von der Einkommensteuer (IRPF) befreit bleibt, was auf jüngste Kommentare des Vorsitzenden der Volkspartei, Alberto Núñez Feijóo, zur Besteuerung von Geringverdienern eingeht. Diese Maßnahme betrifft direkt etwa 2,5 Millionen Arbeitnehmer und ist angesichts der derzeit hohen Inflationsrate, die bei fast 5 % pro Jahr liegt und weitgehend durch steigende Kraftstoffpreise getrieben wird, besonders relevant.

Die Reaktionen der Sozialpartner waren gemischt. Die großen Gewerkschaften CCOO und UGT haben eine Erhöhung von mindestens 7 % gefordert. Im Gegensatz dazu hat die Unternehmensvereinigung CEOE den Schritt kritisiert und es als "unglaublich" bezeichnet, dass die Regierung ihre Macht nutzt, um den SMI während eines Wahlzeitraums zu erhöhen. Während die Anpassung des Mindestlohns eine ausschließliche Zuständigkeit der Exekutive ist und nur eine Konsultation mit den Sozialpartnern erfordert, hat Ministerin Díaz traditionell einen vorläufigen Bericht dieser Expertenkommission einbezogen, die aus Mitgliedern der Regierung, Universitäten, der Wissenschaft und Gewerkschaften besteht.

Die Erhöhung des Mindestlohns war eine Flaggschiffpolitik der aktuellen progressiven Koalitionsregierung und markierte historische Anstiege, nachdem der Indikator während der vorherigen Amtszeit unter Mariano Rajoy praktisch eingefroren geblieben war. Der Vorschlag basiert auf Daten, die von El País eingesehen wurden, und hebt den strategischen Zeitpunkt der Entscheidung innerhalb des politischen Kalenders hervor.

Quellen: elDiario.es.