Die Jüdische Akademie, eine neue Bildungseinrichtung des Zentralrats der Juden in Deutschland, wurde am Montag in einem Gebäudekomplex nahe der Frankfurter Messe eröffnet, der einen Neubau mit einer älteren Villa verbindet. Bei der Eröffnungsfeier bezeichnete Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sie als Zeichen jüdischen Selbstbewusstseins und als Meilenstein.
Frankfurt bietet bereits zahlreiche Möglichkeiten, jüdisches Leben und jüdische Kultur kennenzulernen. Die jüdische Gemeinde der Stadt hat fast 7.000 Mitglieder und öffnet ihre Einrichtungen regelmäßig auch für nichtjüdische Besucher. Ihre Westend-Synagoge, ihr Gemeindehaus und ihre Kulturveranstaltungen stehen neben dem Jüdischen Museum, in dem Ausstellungen, Vorträge, Lesungen und Diskussionen stattfinden.
Die Ansiedlung der Akademie spiegelt auch Frankfurts langjährige Verbundenheit mit der jüdischen Geschichte wider. Die Universität der Stadt wurde mit Unterstützung jüdischer Mäzene gegründet, und jüdische Persönlichkeiten wie Franz Rosenzweig, Theodor Adorno und Max Horkheimer wirkten dort. Kommunal- und Landespolitiker hatten sich dafür eingesetzt, die Akademie in Frankfurt anzusiedeln.
Bei der Eröffnung sagte Zentralratspräsident Josef Schuster, die Akademie werde Antisemitismus mit Bildung begegnen. Die Einrichtung nimmt ihre Arbeit in einer Zeit auf, in der Antisemitismus infolge der Angriffe vom 7. Oktober und des Gaza-Kriegs wieder stärker sichtbar ist. Der Artikel weist darauf hin, dass Vorurteile nicht nur an den politischen Rändern, sondern auch in der Mitte der Gesellschaft vorkommen.
Quellen: FAZ.