Der Campus des Deutschen Fußball-Bundes in Frankfurt war Austragungsort der diesjährigen Deutschen Meisterschaft im Gebäudereiniger-Handwerk. Dort stellten zwölf junge Fachkräfte zwischen Fußballtrikots und Trophäen ihr Können unter Beweis. Die Teilnehmenden bewältigten drei Aufgaben: einen Umkleideraum desinfizieren, mit Unterstützung eines Roboters Vitrinen reinigen und Außenjalousien mit gereinigtem Wasser säubern.
Der Wettbewerb ist Teil der Deutschen Meisterschaften im Handwerk des Zentralverbands des Deutschen Handwerks und wird seit mehr als 50 Jahren vom Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks ausgerichtet. Die Teilnehmenden dürfen höchstens 27 Jahre alt sein und müssen ihre Ausbildung mit mindestens der Note „gut“ abgeschlossen haben. Viele von ihnen haben außerdem bereits Vorentscheide in ihren Bundesländern gewonnen.
Bei den Aufgaben wurde mehr als nur das Endergebnis der gereinigten Oberflächen bewertet. Die Jurymitglieder beurteilten, wie die Teilnehmenden Materialien schützten, ihre Arbeitsbereiche absicherten und Stolperfallen vermieden. Dirk Wollenberg, Jurymitglied und Ausbilder, sagte, der Eigenschutz habe oberste Priorität; dazu gehöre auch die Verwendung persönlicher Schutzausrüstung.
Bei einer Aufgabe mussten die Teilnehmenden die Außenjalousien des Campus mit einem Wasseraufbereitungsgerät reinigen. Bei dieser Methode werden keine Chemikalien verwendet: Das Wasser wird auf einen Reinheitsgrad von mehr als 99 Prozent gefiltert, erklärte Wollenberg.
Die Teilnehmenden nannten die Vielfalt der Arbeit als einen ihrer Vorzüge. Marco Rühl, ein 23-jähriger Teilnehmer aus Hessen, der seine Ausbildung im Dezember abgeschlossen hat, sagte, der Beruf bringe neue Aufgaben und Arbeitsorte mit sich. Laura Reinholdtz, die für Sachsen antrat, sagte, sie schätze besonders, den Unterschied zwischen einem Raum vor und nach der Reinigung zu sehen.
Steffi Reuter, Geschäftsführerin der Berufsbildungsstätte des Bundesinnungsverbands, sagte, vielen Menschen sei nicht bewusst, dass die Gebäudereinigung ein Handwerk sei. Die Meisterschaft solle den Beruf stärker ins Blickfeld rücken, sagte sie. Laut Reuter beschäftigt das Gebäudereiniger-Handwerk in Deutschland mehr als eine Million Menschen.
Der DFB-Campus wurde als repräsentativer Ort ausgewählt, um die Arbeit zu präsentieren. Frühere Austragungsorte der Meisterschaft waren unter anderem das Rote Rathaus in Berlin und der Freizeitpark Heide Park in Niedersachsen. Auch DFB-Sportdirektor Rudi Völler besuchte die Teilnehmenden, ließ sich mit ihnen und der Jury fotografieren und wünschte ihnen viel Glück.
Quellen: FAZ.