Die Vorsitzende der Konservativen, Kemi Badenoch, sprach über Verteidigung an Bord der HMS Wellington, eines außer Dienst gestellten Kriegsschiffs aus dem Zweiten Weltkrieg, das auf der Themse vor Anker liegt. John Crace vom Guardian beschrieb den Schauplatz als unpassende Kulisse für eine Rede über die militärische Einsatzbereitschaft Großbritanniens und die Regierungszeit der Partei.

Badenoch stellte den Britannia Shield vor, eine vorgeschlagene Verteidigungsinitiative, die der Schattenverteidigungsminister James Cartlidge ausgearbeitet hatte. Laut Crace erklärte die Rede den Plan nicht im Detail. Er merkte außerdem an, dass Badenoch infrage stellte, warum der Plan mit Israels Iron Dome verglichen werde, obwohl die Konservative Partei diesen Vergleich in Beiträgen auf X und in Pressemitteilungen verwendet hatte.

Dem Bericht zufolge kritisierte Badenoch die Grenzpolitik der Regierung und erwähnte, dass Premierminister Andy Burnham für ein Treffen der Regierungschefs des Commonwealth auf Antigua sei. Crace verwies auch auf ihre Äußerungen zum Lebensstandard und merkte an, dass sie die mangelnde Verbesserung während 14 Jahren konservativer Regierungen kritisierte, denen sie teilweise selbst angehört hatte.

In einer Frage-und-Antwort-Runde sprach sich Badenoch gegen eine Angleichung der britischen Lebensmittelvorschriften an die EU aus und bezeichnete einen solchen Schritt als rote Linie. Sie wandte sich auch dagegen, sich für die Rolle Großbritanniens im Sklavenhandel zu entschuldigen. Länder sollten historische Ereignisse hinter sich lassen, sagte sie, und Großbritannien sollte dafür Anerkennung erhalten, die Sklaverei beendet zu haben.

Craces Artikel kritisiert Badenochs Auftritt und die Organisation der Veranstaltung scharf. Er argumentiert, dass die Rede kaum Klarheit über den Britannia Shield geschaffen habe, und hebt die Spannungen zwischen ihrer Kritik an der Regierung und der eigenen Bilanz der Konservativen hervor.

Quellen: The Guardian Politics.