Donald Trump reagierte auf die deutlichen Verluste der Republikaner bei den Kongresswahlen mit dem Hinweis, dass sein Name nicht auf dem Stimmzettel gestanden habe, und deutete an, seine Anwesenheit hätte zu einem Erdrutschsieg geführt. In einem Interview mit der New York Times sagte er jedoch, er sei „absolut bereit“, das Ergebnis zu akzeptieren, und seine Regierung werde einen Weg finden, mit den Demokraten zusammenzuarbeiten. Außerdem sagte er, die Opposition habe einen „guten Job“ gemacht.

Die versöhnlichen Äußerungen fielen in eine Zeit, in der Die Demokraten in mehreren traditionell republikanischen Wahlkreisen siegten, die Trump 2024 mit großem Vorsprung gewonnen hatte. Bis zum späten Dienstag in Washington war die Partei auf dem besten Weg, beide Kongresskammern zu kontrollieren. Trump richtete seine Kritik daraufhin gegen Republikaner, darunter den texanischen Gouverneur Greg Abbott, dem er die Schuld am Verlust seines Wiederwahlkampfs gab.

Die Wähler hatten sich auf Inflation, Lebenshaltungskosten und Benzinpreise konzentriert. Trump räumte ein, dass der Iran-Krieg eine Rolle bei der Wahl gespielt habe, insbesondere wegen seiner Auswirkungen auf die Ölpreise. Er verteidigte jedoch die Entscheidung, bezeichnete sie als richtig für das Land und sagte, er würde sie erneut treffen.

Die Ergebnisse dürften Trumps letzte zwei Jahre in Washington erschweren. Die Demokraten haben Untersuchungen angekündigt und werden voraussichtlich einige seiner Vorhaben im Kongress blockieren. Berichten amerikanischer Medien zufolge hatten Vertreter der Regierung außerdem über eine Entlassung von Verteidigungsminister Pete Hegseth gesprochen. Die unlängst aus ihrem Amt ausgeschiedene Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, deutete bei Fox News an, manche Wähler seien von „Fake News“ beeinflusst worden.

Trump hat gesagt, er wolle seine verbleibenden Jahre nicht einfach damit verbringen, demokratische Vorschläge mit einem Veto zu blockieren. Wie kooperationsbereit er sein wird, bleibt jedoch ungewiss. Außerdem sagte er, er werde in den kommenden Tagen die Rolle eines politischen Kommentators übernehmen, ohne zu erklären, was das bedeuten würde.

Die Demokraten könnten ein weiteres Amtsenthebungsverfahren anstreben. Der Artikel merkt jedoch an, dass zwar eine einfache Mehrheit im Repräsentantenhaus ausreicht, um Anklage zu erheben, eine für eine Verurteilung erforderliche Zweidrittelmehrheit im Senat aber unwahrscheinlich erscheint. Ein von den Demokraten geführter Kongress könnte sich auch mit Maßnahmen zur Militärhilfe für die Ukraine, Sanktionen gegen Russland oder Beschränkungen von Trumps Vorgehen im Iran-Krieg befassen, doch ein Veto des Präsidenten könnte deren Wirkung begrenzen.

Die Wahl hat auch den Präsidentschaftswahlkampf 2028 in den Blickpunkt gerückt. Dem Artikel zufolge stellt das Ergebnis beide Parteien vor Herausforderungen und deutet darauf hin, dass die Wähler nach Kandidaten suchen werden, die ihre wirtschaftlichen Sorgen glaubwürdig angehen können. Trump hat jüngste Äußerungen über eine mögliche dritte Amtszeit nicht wiederholt und scheint sich darauf vorzubereiten, die politische Bühne mit dem Ende seiner Amtszeit im Januar 2029 zu verlassen. Bis dahin sucht er jedoch weiterhin das Rampenlicht. So bezeichnete er sich vor dem Wahltag als künftigen „Mr. Veto“ mit „ultimativer Macht“ in Washington.

Quellen: FAZ.