Netzpolitik.org teilt mit, weiterhin rund 200 neue regelmäßige Spender*innen zu suchen, die als „Brandschutzhelfer*innen“ bezeichnet werden, um die Arbeit zur Verteidigung der Grundrechte angesichts einer nach eigener Einschätzung autoritären Umgestaltung der Gesellschaft zu unterstützen. Der Aufruf erschien in der Wochenrückschau der Publikation für die 44. Kalenderwoche. Darin wurde festgestellt, dass neun neue Artikel mit insgesamt 74.470 Zeichen veröffentlicht worden waren.

Die Rückschau warnt davor, dass Überwachungstechnologien in Deutschland zunehmend eingeführt werden. Am Berliner Kottbusser Tor ist bereits ein System in Betrieb, das die Bewegungen von Menschen im öffentlichen Raum analysiert; ähnliche Einsätze könnten an Bahnhöfen im ganzen Land folgen. Die Publikation verweist außerdem auf Gesichtserkennungssysteme, die in Russland eingesetzt werden, um Demonstrierende zu identifizieren und ihre späteren Bewegungen durch das Schienennetz zu verfolgen. Sie erklärt, dass vergleichbare Instrumente in Deutschland bundesweit eingesetzt werden sollen.

Netzpolitik.org beschreibt seine Arbeit anhand von vier Tätigkeiten: Alarm schlagen, Gesetzesvorhaben untersuchen, Menschen sichtbar machen und Dokumente befreien. Im Rahmen dieser Arbeit hat die Publikation die vollständigen Trainingsdaten hinter Berlins Videoüberwachungssystem mit Verhaltensanalyse angefordert und dabei die verbliebenen Bestimmungen des Berliner Informationsfreiheitsgesetzes genutzt.

Die Publikation erklärt, dass viele der Trainingsvideos offenbar von einer KI erzeugt wurden. Zu den auf der Website des Softwareherstellers Staige unter „Gewalterkennung“ gezeigten Beispielen gehören Szenen, die erlaubtes und verbotenes Verhalten darstellen. Die Clips zeigen ungewöhnliche Situationen, etwa sich öffnende Straßenbahntüren, während sich das Fahrzeug bewegt, Menschen, die Überwachungskameras zuwinken, und Personen, die scheinbar miteinander kämpfen, ohne sich zu berühren.

Die Anfrage nach den Daten ist weiterhin nicht abgeschlossen. Netzpolitik.org erklärt, später möglicherweise eine gemeinsame, kommentierte Sichtung des Materials für Unterstützer*innen und regelmäßige Spender*innen zu organisieren, an der sich Expert*innen für intelligente Videoüberwachung und die Zukunft des öffentlichen Raums beteiligen sollen.

Quellen: netzpolitik.org.