DOK Leipzig, Deutschlands bedeutendes Festival für Dokumentar- und Animationsfilme, zog dieses Jahr bei seinem Programm ein großes Publikum an. Der neue Bereich „Focus East“, der unter Festivaldirektorin Ola Staszel ins Leben gerufen wurde, war bei jeder Veranstaltung ausverkauft. Das Festival verlieh außerdem Preise in seinen internationalen, deutschen und Animationswettbewerben, darunter auch in Kurzfilmprogrammen.
Der Film mit den meisten Besucherinnen und Besuchern in diesem Bereich war Ina Borrmanns Dokumentarfilm „Guten Morgen, du Schöne“, mit dem das Festivalprogramm eröffnet wurde. Er greift Maxie Wanders vor fast 50 Jahren erschienenes gleichnamiges Buch auf, in dem Frauen ihr Leben in der DDR beschrieben. Einige der im Buch porträtierten Frauen erinnern sich an dessen Entstehung und sprechen über ihr Leben seitdem. Der Film wurde außerdem kostenlos im Leipziger Hauptbahnhof gezeigt, wo rund 1.000 Menschen die Vorführung besuchten.
Im internationalen Dokumentarfilmwettbewerb ging der Kurzfilmpreis an „They’re Here“, einen amerikanischen Film von Laura Poitras und Rachel Lauren Mueller über die US-Einwanderungsbehörde ICE in Minneapolis. Laut Festivalbeschreibung handelt es sich um ein aktivistisches Werk, das beim Publikum und bei der Jury Anklang fand – im Vorfeld der Zwischenwahlen in den USA.
Der Hauptpreis des internationalen Wettbewerbs ging an „Letters from the Silent Country“, eine polnisch-litauische Koproduktion von Andrei Kutsila. Der Film begleitet drei Aktivistinnen und Aktivisten, die sich dem Lukaschenko-Regime in Belarus widersetzen und größtenteils durch Briefe aus dem Gefängnis zu hören sind. Der Film verwendet außerdem animierte Figuren, die auf Zeichnungen der Künstlerin Kasia basieren.
Der Hauptpreis des deutschen Wettbewerbs ging an „Übergang“, den Peter Badel und Chris Wright anhand von Aufnahmen aus dem unvollendeten Projekt des verstorbenen Regisseurs Thomas Heise fertigstellten. Heise hatte den Film als persönlichen Bericht über sein Leben für seinen Ehemann geplant. Das fertige Werk untersucht den Übergang von seiner Biografie in der DDR zum Leben im wiedervereinigten Deutschland.
Zu den weiteren Gewinnern gehörten Chris Sullivans „The Orbit of Minor Satellites“, der den Preis des Animationswettbewerbs erhielt, und Rosa Gochts „Hallo Debus“, Gewinner des deutschen Dokumentarkurzfilmpreises. „Garten der Hoffnung“, Dieter Schumanns Film über ein Nachbarschaftsprojekt in einem Schweriner Plattenbauviertel, wurde im Bereich „Focus East“ gezeigt und dort vom Publikum gut aufgenommen.
Quellen: FAZ.