Die Demokraten gewannen bei einem überwältigenden Ergebnis der Zwischenwahlen, das die Erwartungen übertraf, das Repräsentantenhaus und den Senat. Ihre Siege reichten bis in Staaten und Wahlbezirke, die als sicher republikanisch gegolten hatten. Das Ergebnis zeigte, wie schnell sich die politischen Kräfteverhältnisse ändern können, bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass die Demokratische Partei dauerhaft Unterstützung genießt.
Die Unbeliebtheit von Präsident Trump war ein wichtiger Faktor. In einer Wählerumfrage, die für Rundfunknetzwerke und The Associated Press durchgeführt wurde, erklärten 62 % der Befragten, sie missbilligten seine Amtsführung. Drei Viertel sagten, sie seien wütend oder unzufrieden mit der Entwicklung des Landes, und zwei Drittel meinten, Trumps Politik habe die wirtschaftliche Lage verschlechtert. Für mehr Wähler als jedes andere Thema war die Wirtschaft am wichtigsten; zugleich wuchs die Sorge über Korruption.
Die Ergebnisse könnten Auswirkungen darauf haben, wie die Republikanische Partei an den Präsidentschaftswahlkampf 2028 herangeht. Trumps Rolle bei der Wahl könnte es ihm erschweren, den nächsten Nominierungswettbewerb der Partei zu prägen. Möglicherweise werden mehr Kandidaten unterschiedliche Vorstellungen von der Zukunft der Partei vertreten, statt sich einfach hinter ihm zu versammeln.
Auch die Bemühungen der Republikaner, durch die Neuziehung von Wahlkreisgrenzen Sitze im Repräsentantenhaus zu gewinnen, konnten die Zugewinne der Demokraten nicht verhindern. In Texas schien die Strategie nach hinten loszugehen, da mehrere Wahlkämpfe zu umkämpften Rennen wurden. Die Ergebnisse sind eine Warnung: Neu zugeschnittene Wahlkreise, die einer Partei nützen sollen, können deren Position mitunter stattdessen schwächen.
Auch die Stimmen der Latinos waren ein wichtiger Teil dieser Verschiebung. 2024 hatten sie sich Trump zugewandt – vor dem Hintergrund von Inflationssorgen und der Hoffnung, er werde die Preise senken. Der Artikel verweist jedoch auf die Unzufriedenheit mit der Wirtschaft und die Ablehnung der Abschiebemethoden als Gründe für den Umschwung. Rund 60 % der Befragten missbilligten laut Umfrage die Arbeit der Einwanderungs- und Zollbehörde ICE; unter den hispanischen Befragten waren es 68 %. Die Latino-Wählerschaft ist vielfältig, doch ihre Abkehr von den Republikanern machte sie bei dieser Wahl zu einer bedeutenden Gruppe, deren Stimmen den Ausschlag geben konnten.
Texas war ein Prüfstein dafür, ob die Zugewinne der Demokraten in republikanisch geprägten Staaten von Dauer sein könnten. Der Demokrat James Talarico gewann die Senatswahl mit etwa 12 Prozentpunkten Vorsprung, während Gina Hinojosa die Gouverneurswahl mit sieben Prozentpunkten Vorsprung für sich entschied. Die Demokraten gewannen zudem zwei Kongresswahlkreise hinzu, in denen Trump 2024 mit mindestens 14 Prozentpunkten Vorsprung gesiegt hatte, und errangen weitere landesweite Ämter. Die Republikaner gaben mehr als 413 Millionen Dollar für den Senatswahlkampf aus, verloren jedoch. Ob diese Zugewinne Bestand haben, wird mit Blick auf 2028 eine zentrale Frage sein – dann könnten die 40 Wahlleute von Texas die Präsidentschaftswahlkarte entscheidend beeinflussen.
Die Siege bedeuten nicht, dass die Wähler von den Demokraten begeistert sind. In der Wählerumfrage bewerteten 47 % die Partei positiv und 53 % negativ; bei den Republikanern waren es 41 % positive und 59 % negative Bewertungen. Nun stehen die Demokraten unter Druck, Ergebnisse zu liefern. Sie werden jedoch keine filibustersichere Mehrheit im Senat haben und könnten auf Widerstand von Trump und den Republikanern im Kongress stoßen. Der Artikel warnt, dass Versprechen, die über das hinausgehen, was die Partei erreichen kann, ihre Unterstützung schwächen könnten. Zugleich könnten die Spaltungen unter den Demokraten bei den Vorwahlen 2028 deutlicher zutage treten.
Schließlich erfassten die Umfragen zwar die Richtung des Ergebnisses, unterschätzten aber möglicherweise das Ausmaß der Unterstützung für die Demokraten. Bei der landesweiten allgemeinen Frage zur Wahl des Kongresses hatten die Demokraten mit etwa acht Prozentpunkten vorn gelegen; laut der Wählerumfrage betrug ihr Vorsprung mindestens 18 Prozentpunkte. Der Artikel merkt an, dass Umfragen angesichts der politischen Neuordnung im Trump-Zeitalter weiterhin schwierig sind.
Quellen: NPR Politics.