US-Präsident Donald Trump hat öffentlich die Möglichkeit ins Spiel gebracht, weitere Ziele im Iran anzugreifen, und dabei einen Berg in der Provinz Isfahan genannt, von dem vermutet wird, dass er einen iranischen Nuklearkomplex beherbergt. Trump bezeichnete den Standort als Kolang, auch bekannt als Pickaxe Mountain, und sagte, es sei etwas, „mit dem umgegangen werden muss“. Der Berg liegt etwa 200 Kilometer südlich von Teheran, nahe der Nuklearanlage Natanz. Der Iran bestreitet, dass dort Nukleartätigkeiten durchgeführt werden.

Trump sagte außerdem, Washington habe es nicht eilig, weitere Angriffe durchzuführen. Die Gespräche zur Beendigung des Iran-Konflikts verliefen „gut“, sagte er, während er die Iraner als „nicht sehr verlässlich“ beschrieb. US-Außenminister Marco Rubio hatte zuvor gesagt, Trump habe noch nicht über neue Angriffe entschieden und die Vereinigten Staaten seien offen für eine diplomatische Lösung. Rubio sagte außerdem, er kenne keinen konkreten Zeitrahmen für die von Katar geführten Gespräche, die darauf abzielen, die Feindseligkeiten zwischen Washington und Teheran beizulegen.

Vor diesem Hintergrund warnte ein israelischer Oppositionsvertreter, Golan, die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Konfrontation mit dem Iran steige. Golan schrieb, Israel befinde sich nun in einer Situation wiederkehrender militärischer Konfrontationen mit dem Iran, und argumentierte, Israels Sicherheit dürfe nicht zu einem Werkzeug in Netanjahus Kampf um politisches Überleben werden. Das Wall Street Journal berichtete, Netanjahu habe am Samstag telefonisch mit Trump gesprochen, bevor die USA Vorbereitungen trafen, die Bombardierungen im Iran wieder aufzunehmen. Seit Langem wird spekuliert, dass US-Streitkräfte sich nach den US-Zwischenwahlen am 3. November israelischen Angriffen auf den Iran anschließen könnten.

Die israelische Parlamentswahl am 27. Oktober führte zu einer Pattsituation. Netanjahus rechtskonservativer Likud und sein Block lagen vor dem rivalisierenden Lager, aber keine Seite hatte eine klare Mehrheit zur Regierungsbildung. Wenn keine Einigung erzielt wird, werden lange Koalitionsverhandlungen und möglicherweise eine weitere Wahl erwartet. Herzog kündigte Gespräche über die Regierungsbildung an.

Irans Außenminister Araghtschi sagte, derzeit seien keine Treffen mit US-Vertretern geplant, und Spekulationen über das Gegenteil seien lediglich Medienannahmen. Er bestätigte erstmals offiziell, dass Teheran einen Brief von US-Vizepräsident J.D. Vance erhalten habe. Araghtschi sagte, die Botschaft sei sorgfältig geprüft und in hochrangigen Gesprächen erörtert worden. Wenn Washingtons Ziel darin bestehe, Zwietracht zu säen, sagte er, wäre das ein weiterer Fehltritt, der sich früheren US-Fehlern hinzugeselle. Gleichzeitig bezeichnete er die Bemühung der US-Seite, einen Dialog zu eröffnen und eine breitere Verständigung zu erreichen, als positiven Schritt.

Der Iran meldete, dass eine Person verletzt wurde, nachdem die USA zwei Fischerboote angegriffen hatten. Medienberichten zufolge drohte Khamenei mit einer Antwort ohne „geografische Einschränkungen“. Ägypten warnte vor massiven Folgen einer neuen Eskalation. Oman meldete einen Angriff auf ein Handelsschiff, und ein Polizeivertreter sagte, die jemenitische Houthi-Miliz habe den Präsidentenpalast in Aden angegriffen.

Die Vermittlungsbemühungen wurden fortgesetzt. Pakistans Chefunterhändler Asim Munir wurde von einem Militärsprecher als vorsichtig optimistisch in Bezug auf die jüngsten diplomatischen Bemühungen bezeichnet. Der Sprecher sagte, Munir wäre im Oktober nicht zweimal nach Teheran gereist, wenn es keine positiven Signale gegeben hätte, und die Gespräche mit der iranischen Führung seien ein gutes Zeichen. Er sagte außerdem, es gebe weiterhin einflussreiche Störkräfte und Gegner, die glaubten, der Konflikt nütze ihnen, ohne sie zu benennen. Munirs jüngster Besuch in Teheran fand am Montag statt, begleitet von Vertretern aus Saudi-Arabien und der Türkei. Auch Katar hat sich um Deeskalation bemüht und kürzlich einen neuen Vorschlag zur Beilegung des Konflikts vorgelegt.

Irans Außenminister warnte, der Iran werde massiv reagieren, wenn er angegriffen werde. Der deutsche Regierungschef Merz sagte, der Konflikt müsse diplomatisch und durch Gespräche gelöst werden, auch für Israel und dessen künftige Regierung. Er sagte, die Bundesregierung koordiniere und stärke diplomatische Bemühungen über viele Kanäle, unterhalte gute Beziehungen zu Israel und den Golfstaaten und appelliere an sie, den Konflikt friedlich zu lösen. Wadephul warnte in Atlanta vor der Gefahr neuer Angriffe und sagte, er sehe Möglichkeiten, dass sie nach den Zwischenwahlen stattfinden könnten. Er argumentierte, die Zeit nach den Zwischenwahlen müsse eine Zeit für mehr Verhandlungen und eine diplomatische Initiative sein, und eine neue militärische Runde werde das Problem nicht lösen. Er appellierte an den Iran, jetzt an den Verhandlungstisch zu kommen.

In Israel erneuerte der Likud Betrugsvorwürfe bei der Knesset-Wahl. Karhi deutete an, der Likud könne fordern, die erste Sitzung des neuen Parlaments, die für den 10. November angesetzt ist, zu verschieben, und sagte, die Partei könne keine Knesset vereidigen, in der Abgeordnete Sitze innehatten, die „von Katar bezahlt“ seien. Seit der Wahl hat die frühere Koalition Betrug behauptet, von dem arabische Parteien profitierten, und gesagt, Geld aus Katar und der Türkei sei eingesetzt worden, um die Beteiligung palästinensischer Israelis zu erhöhen. Der Generaldirektor des Zentralen Wahlausschusses sagte, die vom Inlandsgeheimdienst eröffnete Untersuchung möglicher Manipulation betreffe keine bestimmte Bevölkerungsgruppe und werde das Ergebnis nicht ändern. Der Geheimdienst sagte, die Untersuchung sei gezielt und in ihrem Umfang begrenzt.

Katarische Unterhändler trafen im Iran ein. Schuster sagte unterdessen, ein Regierungswechsel in Israel könne die Zusammenarbeit erleichtern, und verwies auf die Minister Itamar Ben Gvir und Bezalel Smotrich. Laut Schuster könnten gemeinsame Maßnahmen und gemeinsame Pläne, einschließlich Friedensbemühungen, deutlich einfacher werden, wenn solche Stimmen aus Regierungskreisen verschwänden. Deutschland habe eine indirekte Vermittlerrolle, sagte Schuster, die einfacher werden könne, wenn störende Aussagen rechtsradikaler Minister aufhörten.

Quellen: FAZ.