Die mongolischen Streitkräfte, die im 13. Jahrhundert Europa erreichten, führten eine beeindruckende berittene Kriegsführung, doch eine neue Ausstellung in Berlin blickt über ihre Feldzüge hinaus auf die Kulturen, die das Reich möglich machten. Sie verfolgt die Geschichte der Region von früheren nomadischen Gesellschaften bis zur mongolischen Hauptstadt Karakorum und zu Traditionen, die in der heutigen Mongolei fortbestehen.

Die Ausstellung in der James-Simon-Galerie beginnt mit dem Vormarsch der Mongolen nach Europa. Eine audiovisuelle Installation zeigt berittene Kämpfer, die koordinierte Manöver und Pfeilsalven einsetzen, neben Waffen und Rüstungen, anhand derer Besucher mongolische Ausrüstung mit jener europäischer Ritter vergleichen können.

Anschließend richtet sich der Blick auf das Orchon-Tal in der heutigen Mongolei, die Heimat aufeinanderfolgender nomadischer Kulturen. Neuere archäologische Entdeckungen nehmen einen wichtigen Platz ein, darunter Funde aus dem Grabkomplex Shoroon Bumbagar, der Anfang der 2000er-Jahre entdeckt und untersucht wurde. Die Ausstellung rekonstruiert einen Teil des Grabes aus dem 6. oder 7. Jahrhundert in Originalgröße, mit Figuren und Wandmalereien, die kulturelle Einflüsse aus China widerspiegeln.

Objekte aus dem Tal zeichnen den Übergang von frühen türkischen Gesellschaften zu den Uiguren und Mongolen nach. Ein weiterer Bereich widmet sich Karakorum, das unter den Nachfolgern Dschingis Khans kurzzeitig als Verwaltungszentrum aufblühte, bevor Kublai Khan seinen Wohnsitz nach China verlegte.

Die Ausstellung hebt auch den kulturellen Austausch im Mongolenreich hervor. Politische Stabilität begünstigte den Fernhandel, während Kontakte zwischen den Regionen Objekte wie ein liturgisches Gewand aus dem 14. Jahrhundert aus Stralsund hervorbrachten, das aus chinesischer Seide gefertigt und später mit Brokat verziert wurde. Dieselbe Warenbewegung trug jedoch auch zur Ausbreitung der Pest bei.

Zum Abschluss zeigt die Ausstellung eine traditionell gefertigte mongolische Jurte, die heute hergestellt wurde, und schlägt so eine Verbindung zwischen der Geschichte des Reiches und den nomadischen Praktiken, die in seinem Kerngebiet fortbestehen.

Quellen: FAZ.