Saigon Soul Revival rückt Nhạc Vàng wieder stärker ins Rampenlicht, eine vietnamesische Popmusiktradition, die Elemente südvietnamesischer Volksmusik mit westlichen Stilen wie Bolero, Rumba, Cha-Cha-Cha, Rock und Soul verbindet. Die 2016 gegründete Band greift die Wurzeln des Genres aus der Zeit vor 1975 auf und ergänzt sie um eigene Einflüsse aus Psychedelic Rock und Soul.

Nhạc Vàng wurde populärer, als amerikanische Soulmusik um die Welt reiste und über Unterhaltungssendungen für US-Truppen ein junges Publikum erreichte. Nach dem Ende des Vietnamkriegs 1975 und der Wiedervereinigung von Nord- und Südvietnam im folgenden Jahr verlor die Musik an Beliebtheit und war zeitweise verboten. Inzwischen ist das Interesse an dieser Tradition zurückgekehrt: Musiker spielen ältere Lieder und schreiben zugleich neues Material im selben genreübergreifenden Geist.

Auf drei Alben hat Saigon Soul Revival die gefühlvollen Melodien des Nhạc Vàng mit Soul und Psychedelic Rock kombiniert. Die Arrangements verbinden verzerrte Gitarrenklänge, Bass und Orgel mit vietnamesischen Instrumenten wie der 16-saitigen Đàn-Tranh-Zither und der einsaitigen Đàn Bầu.

Bei einem gut besuchten Konzert in der Frankfurter Brotfabrik sang Minh Anh Nguyễn unter anderem „Ai Thật Lòng Yêu Ai“. Die Verzerrung von Gitarrist Indy Jeremy Vinh Laville verlieh dem Stück eine psychedelische Note, während die Orgel von Đăng Nguyễn Khoa und der Bass von Gabriel Kaouros an vertraute Soul-Einflüsse erinnerten. Der Auftritt der Gruppe zeigte, wie sie auf diese Vorbilder zurückgreift und zugleich ihren eigenen Sound entwickelt.

Quellen: FAZ.