Hamid Alidoosti, der erste iranische Fußballer, der in Deutschland professionell spielte, ist im Alter von 70 Jahren gestorben. Wie aus dem ursprünglichen Bericht über seinen Tod hervorgeht, starb er am 1. November in einem Krankenhaus in Teheran. Alidoosti hatte seit einiger Zeit gegen Krebs gekämpft.
Alidoosti gab sein Profidebüt in Deutschland am 23. August 1986, als er beim Zweitligaspiel des FSV Salmrohr gegen die Stuttgarter Kickers eingewechselt wurde. Der Verein verlor mit 1:2. Insgesamt bestritt er 30 Ligaspiele für Salmrohr und erzielte dabei 10 Tore. Vor seinem Wechsel nach Deutschland hatte er in 28 Einsätzen für die iranische Nationalmannschaft 17 Tore geschossen.
Der Stürmer wechselte zum Dorfverein, nachdem man ihn bei einem Amateurteam in der Region Hunsrück entdeckt hatte. Gemeinsam mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter Taraneh zog er nach Salmrohr; die Familie wohnte in einem Zimmer über dem Vereinsrestaurant. Der frühere Vereinspräsident Peter Rauen erinnerte sich, dass die Einheimischen die Familie bei ihren Spaziergängen durch das Dorf herzlich begrüßten.
Taraneh Alidoosti wurde später zu einer der bekanntesten Schauspielerinnen Irans und spielte in Filmen des Regisseurs Asghar Farhadi mit, darunter „About Elly“ und „The Salesman“. Sie lehnte es ab, an der Oscarverleihung 2017 teilzunehmen, nachdem „The Salesman“ den Oscar für den besten fremdsprachigen Film gewonnen hatte, und protestierte damit gegen Donald Trumps Politik gegenüber Einwanderern.
2022, nachdem Mahsa Jina Amini in der Haft der iranischen Sittenpolizei gestorben war, wurde Taraneh Alidoosti zu einer prominenten Unterstützerin der Proteste „Frau, Leben, Freiheit“. Sie wurde festgenommen und drei Wochen lang im Evin-Gefängnis festgehalten. Ihr Vater wartete mit Freunden und Kollegen vor dem Gefängnis; nach ihrer Freilassung umarmten sich die beiden.
Alidoosti bezeichnete seine Tochter einem Film über seine Karriere zufolge einmal als „die schönste Bewegung in der Symphonie meines Lebens“. Er sagte, er sei stolz auf sie, weil sie „ein echter Mensch“ sei. Bilder von Taraneh Alidoosti, die im Amjadieh-Stadion in Teheran ohne Hijab um ihren Vater trauert, wurden inzwischen vielfach im Internet verbreitet.
Quellen: FAZ.
