Highcrest Retail Brands, ein familiengeführter Süßwarenlieferant mit Sitz in Bradford, hat erklärt, dass es im Falle eines Zusammenbruchs von Poundland mehrere Millionen Pfund an Umsatz verlieren würde. Adam Turner, Vertriebsdirektor des Unternehmens, identifizierte Poundland als einen seiner größten Kunden und warnte davor, dass der Zusammenbruch des Einzelhändlers eine erhebliche Lücke in der Bilanz von Highcrest für das kommende Jahr schaffen würde. Während Turner feststellte, dass sein Unternehmen etabliert genug sei, um den Schock zu überstehen, mahnte er, dass ihm viele mittlere und kleine Lieferanten mitgeteilt hätten, dass auch sie untergehen würden, falls der Einzelhändler scheitert.
Diese Warnung stimmt mit den Äußerungen von Steve Smith, dem Gründer von Poundland, überein, der am Montag erklärte, dass bis zu 3.000 Lieferanten, die ausschließlich für die Kette arbeiten, direkt betroffen wären. Smith schlug vor, dass der Zusammenbruch zum Verlust von bis zu 30.000 Arbeitsplätzen führen könnte, was nicht nur die 12.000 Mitarbeiter des Einzelhändlers, sondern auch Zehntausende weitere in der Lieferkette betreffen würde. In einem Gespräch mit der BBC äußerte Smith seine Verwunderung über die Aussicht auf eine Insolvenzverwaltung angesichts der Rentabilität des Unternehmens und stellte fest, dass derzeit zwei Angebote potenzieller Käufer auf dem Tisch liegen.
Der Eigentümer von Poundland, die in den USA ansässige Investmentfirma Gordon Brothers, hat ein Angebot abgelehnt, das den Betrieb des Geschäfts hätte aufrechterhalten können. Die Firma nannte mehrere wirtschaftliche Herausforderungen, darunter steigende Inflation, zunehmende Personalkosten und schwere Fälle von Ladendiebstahl, als Gründe dafür, dass der Einzelhändler derzeit noch nicht auf einem nachhaltigen Niveau cash-generativ ist. Wenn die Geschäfte an neue Käufer verkauft werden, besteht nach aktuellen Erkenntnissen Interesse nur an etwa der Hälfte der Standorte, was bedeutet, dass rund 6.000 Mitarbeiter möglicherweise nicht wieder eingestellt werden.
Turner hob die finanzielle Ungleichheit in einem Insolvenzverfahren hervor und stellte fest, dass Lieferanten wahrscheinlich nur Cent pro Pfund erhalten würden, während Gordon Brothers als gesicherter Gläubiger an erster Stelle stehen würde, um Geld zurückzuerhalten. Er beschrieb die Situation als einen Albtraum für Mitarbeiter und Lieferanten gleichermaßen, der eine massive Kettenreaktion in der Lieferkette auslösen würde. Obwohl Turner erklärte, dass er keine Kenntnis darüber habe, ob der Zeitpunkt absichtlich gewählt wurde, um hohe Lagerbestände vor Weihnachten auszunutzen, sagte ein Insider gegenüber der BBC, dass der Zusammenbruch im Vorfeld der Feiertage seltsam erscheine.
Als Reaktion auf die Krise ist für diese Woche ein Treffen des Handelsministers Jonathan Reynolds mit Gordon Brothers geplant. Premierminister Andy Burnham und Handelsministerin Kate Dearden haben gefragt, warum keine solvente Einigung erzielt wurde. Dearden sagte den Abgeordneten, sie sei zutiefst besorgt über die Unsicherheit, der Mitarbeiter und ihre Familien gegenüberstehen, und bestätigte, dass Regierungsbeamte bereits mit Vertretern von Gordon Brothers gesprochen hatten. Während sie erklärte, dass die Regierung nicht in laufende geschäftliche Verhandlungen eingreifen möchte, suchen die Minister Klarheit über Pläne zum Schutz von Mitarbeitern und Lieferanten.
Dearden bestätigte, dass die Regierung bereitstehe, Arbeitnehmer zu unterstützen, falls eine Insolvenzverwaltung unvermeidlich wird, obwohl die Priorität darin besteht, das bestmögliche Ergebnis für Arbeitsplätze zu sichern. Gleichzeitig berichtete der Leiter der europäischen Operationen von Gordon Brothers gegenüber der Regierung, dass das Unternehmen seit dem Kauf von Poundland im Jahr 2025 zusätzliche 85 Millionen Pfund an Finanzierung bereitgestellt habe und bei seiner Führung des Unternehmens stehe.
Quellen: BBC News UK.