Einer der großen offenen Immobilienfonds, DWS Grundbesitz Europa, hat die Rücknahmen eingeschränkt. Anleger, die nach der vorgeschriebenen einjährigen Kündigungsfrist verkaufen wollen, erhalten höchstens 10 % ihrer Anteile zurück, statt aller gekündigten Anteile. Der Fonds ist mehr als 4 Mrd. € wert.
Die Einschränkung ist bedeutsam, weil sie den Ruf aller Immobilienfonds schädigt und laut der Quelle ein entscheidender Schlag für ein Produkt sein könnte, in dem Deutsche weiterhin mehr als 100 Mrd. € investiert haben. Die breitere Branche leidet unter höheren Zinsen und Mietproblemen auf dem Büro- und Gewerbeimmobilienmarkt, die den Wert von Immobilienportfolios unter Druck setzen und Anleihen attraktiver machen.
Anleger ziehen seit mehreren Jahren mehr Geld ab, als sie einzahlen, wodurch Fonds gezwungen werden, Immobilien zu verkaufen. Anders als Aktien lassen sich Immobilien nicht täglich verkaufen, und schon gar nicht zu einem anständigen Preis, sodass Zwangsverkäufe den Druck auf die Fondswerte zusätzlich erhöhen.
Grundbesitz Europa ist nicht der erste Fonds, der mit solchen Schwierigkeiten konfrontiert ist. Mehrere kleinere Fonds haben die Rücknahmen bereits vollständig ausgesetzt oder werden abgewickelt. Bis jetzt konnten Marktführer argumentieren, das Problem sei auf kleinere Fonds beschränkt, doch die jüngste Einschränkung betrifft einen Fonds mit einem Wert von mehr als 4 Mrd. €.
Die Quelle merkt an, dass Immobilienfonds in den vergangenen 20 Jahren immer dann in Schwierigkeiten geraten sind, wenn der Immobilienmarkt unter Druck geraten ist, und dass die als Reaktion eingeführten Schutzmechanismen nicht geholfen haben. Sie kommt zu dem Schluss, dass Immobilienfonds abgeschafft werden sollten, und argumentiert, dass ein Produkt, das in jeder schwierigen Marktphase in existenzielle Schwierigkeiten gerät, nicht zweckmäßig ist. Zumindest, so heißt es, sollten Berater, die gut am Verkauf der Fonds verdienen, ehrlich sein und aufhören, sie als sichere Anlage darzustellen.
Quellen: FAZ.